Malerarbeiten in den Räume und Flure der WWU

Schüler des Berufsgrundschuljahrs Farbtechnik und Raumgestaltung erfahren in der Universität die wirkliche Arbeitswelt
Ist das etwa möglich? Sicher. Die Schüler der Klasse BG F 2004/05 renovierten und gestalteten die Seminarräume der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Aber erst mal alles der Reihe nach.
Die Anfrage der Pädagogikfachschaft und deren Professoren, ein Farbkonzept für die Seminarräume zu erstellen, bedeutete eine große zeitliche und inhaltliche Herausforderung für Schüler und Lehrer, da dieser Kundenauftrag recht wage formuliert war und relativ kurzfristig an die Abteilung Berufliche Grundbildung herangetragen wurde.
Die Annahme des Kundenauftrags erforderte genaue Absprachen mit der Planungskommission der Fachschaft und den Handwerksbetrieben, die für spezielle Arbeiten zusätzlich vor Ort waren. Die Anwesenheit eines Malermeisters bot aber auch Möglichkeiten, besondere technische Probleme zu lösen und mehr über das gewünschte Berufsbild zu erfahren.
Die Arbeitsphasen in der Uni, die parallel im „theoretischen“ Technologieunterricht vorbereitet wurden, verteilten sich grob in drei Bereiche.
In der Planungsphase mussten die Kundenwünsche genaustens erfasst und ein entsprechendes Farbkonzept erstellt werden. Nach erneutem Kundenkontakt erfolgte die gemeinsame Materialzusammenstellung und die Arbeitsplanerstellung. Die Aufgaben- und Verantwortungsbereiche wurden verteilt und spezielle Techniken des Renovierens erlernt und geübt.
Die eigentliche Praxisphase begann mit der Vorbereitung des Raumes, der leergeräumt, gesäubert, gespachtelt, abgeklebt und gestrichen werden musste.
So sahen die Praxistage meist die folgenden Arbeitsschritte vor: Der morgendlichen Bestandaufnahme folgte die Aufgabenverteilung, die Kontrolle der vorherigen Arbeitsschritte und gegebenenfalls deren Korrektur. Weitere Arbeitsschritte wurden erledigt, das Material wurde geordnet und gesäubert, bevor es zur Abschlussbesprechung des Tages kam.
Nachdem die Räume in gut vier Wochen fertig renoviert, farblich gestaltet und mit Bildern der Arthotek ausgestattet waren, fand die feierliche Übergabe des Projekts kurz vor Beginn des neuen Semesters statt, sodass die Pädagogikstudenten und Dozenten ihre „neuen“ Seminarräume im vollem Umfang wieder nutzen konnten.
Ein schulinternes Fazit lässt sich leicht ziehen. Sicherlich mussten die Schüler häufig an die Arbeit erinnert werden und zur Material- und Zeitökonomie angehalten werden. Das Vertrauen des Lehrers in die Schüler wurde allerdings erfreulicherweise nicht ausgenutzt, da sie handwerklich interessiertes und teils auch sehr geschicktes Arbeiten zeigten. Die Tatsachen, z. B. Schülern eine reale Erfahrungsvielfalt in der wirklichen Arbeitswelt zu bieten, Schule zu öffnen und theoretische Inhalte mit praktischem Arbeiten zu verknüpfen, rechtfertigten vollends den zeitlichen und organisatorischen Planungsaufwand des Lehrers. So war das gesamte Uniprojekt für alle beteiligten Seiten ein voller Erfolg.
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