Die Gold- und Silberschmiedeinnung Münster hatte alle auszubildenden Goldschmiede des Adolph-Kolping-Berufskollegs zu einer Werksbesichtigung der Schmuckmanufaktur Niessing in Vreden eingeladen. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Innungsmeister Herrn Engels erläuterte der Leiter des Marketing und Vertriebs, Herr Nünning, in einem spannenden Kurzvortrag den Wandel des Unternehmens in den vergangenen 140 Jahren von Deutschlands größter Trauringfirma zu einer Schmuckmanufaktur mit modernem, zeitgenössischem Design und höchsten Ansprüchen an das Material und die technologische Umsetzung.
Zunächst hatten die Auszubildenden und ihre Fachlehrer Frau Guderian und Dr. Mersmann die Möglichkeit in einem „Showroom“ das Schmucksortiment nicht nur zu betrachten, sondern auch anzufassen und anzulegen. Besondere Aufmerksamkeit erregten Stücke wie der „Spannring“, seit über 30 Jahren ein Klassiker, bei dem ein Brillant scheinbar ohne Fassung in einem aufgespannten Ring schwebt, Schmuckstücke aus der Serie „Iris“, die durch einen gleichmäßig fließenden Verlauf von kühlem Silber zu warmem Feingold gekennzeichnet sind, sowie ein Anhänger aus der Schmuckserie „Topia“, der 2014 mit dem renommierten Designpreis „Red Dot Award“ ausgezeichnet wurde.
In Kleingruppen besichtigten die Teilnehmer anschließend die verschiedenen Werkstätten. Auch hier herrschte das vertrauensvolle Motto: „Fassen Sie alles an, erfühlen Sie das Material und stellen Sie Fragen an unsere Mitarbeiter“. Mit großer Begeisterung nahmen die Azubis das Angebot wahr und erforschten, wie sich ein Platinbarren im Vergleich zu einem Goldbarren anfühlt oder wie aus der ausgestanzten Ronde ein Ring entsteht. Vom Schmelzen der neun verschiedenen Farblegierungen bis hin zur Politur konnte der gesamte Herstellungsprozess in den Werkstätten mitverfolgt werden: In gut organisierter Teamarbeit durchlaufen die einzelnen Schmuckstücke mit dem dazugehörigen „Ringzettel“ die hochtechnisierten und spezialisierten Abteilungen. Viele Arbeiten werden jedoch weiterhin traditionell von Hand durchgeführt, wie das Fassen, Schmieden ober auch das Punzieren mit dem Niessing-Stempel „Herz mit Pfeil“.
Nach einer kleinen Stärkung und Beantwortung der noch offenen Fragen durch den Werkstattleiter Herrn Verwohlt ging es mit dem Bus weiter nach Ahaus zum Tobit.Campus.
Hier erwartete die Gruppe zunächst ein leckeres Mittagessen im Erlebnisrestaurant „BamBoo“. Die Teilnehmer gewannen dabei bereits einen ersten Eindruck von Einsatzbereichen der Tobit-Sofware: Mit der installierten App auf dem Smartphone konnte die Speisekarte eingesehen, das Essen bestellt und weitere Tischreservierungen vorgenommen werden.
Nach einem informativen Kurzfilm über die Arbeit von Tobit.Software konnten die Azubis die neuesten Entwicklungen der faszinierenden Welt der Technik auf dem 20.000 m2 großen Campus besichtigen und erproben. Im großen Atrium, in dem öffentliche und private Veranstaltungen stattfinden, befinden sich 54 Flatscreen-Bildschirme, die die unterschiedlichsten Einsätze vom Abiturball bis hin zum Public Viewing ermöglichen. 18 Hotelzimmer können jederzeit unkompliziert und online gebucht werden und auch die Rechnung wird online verschickt. In den Zimmern wird die Farbe des Lichtes, die Musiklautstärke und auch alles andere über mobile Geräte wie Tablet oder Smartphone gesteuert. Selbst dem Snackautomaten ließ sich der Schokoriegel nur über die entsprechende App entlocken.
Sieht so die Zukunft aus? Solche und andere Fragen beschäftigen die Azubis nach diesem erlebnisreichen Tag auf ihrer Rückreise nach Münster.

Text: Gold Unterstufe und Mittelstufe
Fotos: Sandra Guderian