Direkt nach den Weihnachtsferien startete das Berufliche Gymnasium für Gestaltung und Kunst des Adolph-Kolping-Berufskollegs mit fünfzig Schülern und ihren Fachlehrerinnen Frau Gernun und Frau Grundhoff zur traditionellen Exkursion nach Düsseldorf.

In Deutschlands größtem Kunsthandelshaus ARTAX erwarteten die Geschäftsführer Herr Kleinsimmlinghaus und Herr Rummeny die Gruppe und gewährten den Schülern exklusive Einblicke in das Galeriegeschäft und den unglaublichen Werkbestand des Hauses ARTAX.

Herr Rummeny beantwortete ausführlich alle Fragen rund um das Thema Kunsthandel, von der Erkennung von Fälschungen bis hin zu der Frage, warum welcher Künstler bekannt wird und andere nicht.

Die Schüler durften durch die großen Räume schlendern und die unzähligen Bilder auf sich wirken lassen. Auch für ein kleines Portemonnaie gab es zwei erste Kunstwerke zu kaufen, die voller Stolz den Weg nach Münster fanden.

Danach hieß es „sich beeilen“, denn im K21, der Kunstsammlung NRW, wartete die große Retrospektive der chinesischen Künstlerin Cao Fei. In zwei Gruppen wurden die Schüler durch die Ausstellung geführt und in interaktiven Dialogen eroberten sie sich die zeitgenössische Videokünstlerin.

„Die chinesische Künstlerin Cao Fei (*1978) gilt als Pionierin einer Künstlergeneration, für die digitale Medien und Netzwerktechnologien zum Alltag gehört. In dringlicher Auseinandersetzung mit den neuesten medialen Errungenschaften entfaltet die in Peking lebende Künstlerin ihr vielseitiges Werk.

Cao Feis Werke reflektieren sehr eingehend die gesellschaftliche und urbane Situation Chinas, die von massiven Veränderungen geprägt ist. An der Grenze von Fiktion und Realität findet die Künstlerin Inspiration auch in ihrem direkten Umfeld […] Die von Cao Fei lokal beobachteten Phänomene schaffen ein Bewusstsein für Situationen im globalen städtischen Umfeld. Viele ihrer Werke werfen Fragen auf: Was erfährt man über das eigene Leben und die Vorstellungen von Zukunft? Wohin entwickelt sich die Gesellschaft und mit ihr die Großstädte? Für ihre Projekte findet Cao Fei immer wieder eine neue, überwältigende Bildsprache.“ [http://www.kunstsammlung.de/entdecken/ausstellungen/cao-fei.html]

Nach der Ausstellung erwartete die Schüler – im wahrsten Sinne des Wortes - das „High-Light“ des Tages: Ein Spaziergang im „Orbit“, so der Titel einer Arbeit des aus Argentinien stammenden Künstlers Tomas Saracenos. In einer Höhe von 25 Metern(!) befindet sich die einem Spinnennetz nachempfundene Installation aus drei Lagen von insgesamt 2.500 Quadratmetern Stahlnetz unter der Kuppel des K21 - wie schwerelos zwischen Himmel und Erde. In kleinen Gruppen durften die Schüler die Schwingungen dieser schwindelerregenden Höhe erspüren, den Rausch der quasi Schwerelosigkeit erfühlen und ihren Mut erproben. Jede Bewegung wird auf das ganze Netz übertragen und lässt die Zusammengehörigkeit und Einheit der Vielfältigkeit erspüren.

Während Cao Fei die Schüler des Beruflichen Gymnasiums auf spielerisch-ästhetische Weise auf die Diversitäten unserer Umwelt und unserer Sehnsüchte und Träume aufmerksam machte, führte Saraceno all diese Spannungsfelder in Einfachheit und Klarheit zusammen und ließ die Teilnehmer feinfühlig ein tiefes Verbundensein erfahren.

Text und Fotos: Ellen Gernun