„Mit knapp 20.000 Schülerinnen und Schülern aus Münster, dem Münsterland und darüber hinaus haben die Berufskollegs in der Stadt Münster maßgebliche Bedeutung für Stadt und Region. Sie sind ebenso Standort- wie Wirtschaftsfaktor. Berufskollegs bieten mit ihrem breit gefächerten Angebotsspektrum Qualifizierungs- und Abschlussmöglichkeiten vom ersten qualifizierenden Schulabschluss bis zur höheren Bildung.

Die Berufskollegs sind daher nicht nur bildungspolitisch, sondern in hohem Maße sozialpolitisch bedeutsam – indem sie auch jungen Menschen mit schwierigen Ausgangsbedingungen Perspektiven in berufliche Qualifikation und Ausbildung anbieten.“

In diesen prägnanten Worten skizzierte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe die besondere Bedeutung der Berufskollegs in der regionalen Bildungslandschaft und lud damit alle Beteiligten und Interessierten am 12.02.2019 unter dem Motto „Fachkräfte – aber sicher!“ zum Fachforum Berufliche Bildung in den Rathausfestsaal der Friedensstadt ein. Mit diesem Forum möchte die Stadt Münster eine Plattform schaffen, um die unterschiedlichen Perspektiven des Bundes, der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Verantwortlichen vor Ort und natürlich der Schülerinnen und Schüler öffentlich auszutauschen.

Stadtdirektor Thomas Paal begrüßte stellvertretend für Herrn Lewe die Teilnehmer und übergab danach das Wort an die beiden Referentinnen Dr. Monika Hackel vom Bundesinstitut für Berufsbildung und Prof. Dr. Ulrike Weyland vom Institut für Erziehungswissenschaft der WWU Münster.

Frau Dr. Hackel sprach zum Thema „Entwicklung der Berufskollegs im Spannungsfeld von Arbeitsmarkt und Bildungsauftrag“ und resümierte, dass die demografischen und technologischen Veränderungen nach einer Stärkung des Lernortes Berufsschule verlangten. Dafür seien auf der Umsetzungs- und Steuerungsebene regionale Lernkooperationen notwendig. Dabei sollten die Berufsschulen als Faktor der Wirtschaftsförderung der Region systematisch in den Blick genommen und unterstützt werden. Der individualisierte Unterricht sei eine Lösungsmöglichkeit, um der Heterogenität von Zielgruppen und Betrieben in der beruflichen Bildung zu begegnen.

Auch Frau Prof. Dr. Weyland griff in ihrem Vortrag zum Thema „Umdenken im Umgang mit Heterogenität – Herausforderungen für die Berufliche Bildung“ das Problem der Individualisierung in heterogenen Lerngruppen auf und erklärte die Bedeutung der individuellen Förderung als Strategie und Chance im Umgang mit heterogenen Lerngruppen. Nur wenn es zur allgemeinen Erkenntnis komme, dass „Jeder und Jede anders ist“ und die individuellen Lernbedürfnisse aufgegriffen und berücksichtigt würden, stehe das Individuum im Zentrum der Bildung und Ausbildung. Damit würde die Unterschiedlichkeit bewusst hergestellt und böte die Möglichkeit sie produktiv zu nutzen.

Im anschließenden Fachgespräch stellten sich die beiden Referentinnen der Diskussion und den Fragen. Dabei wurden sie unterstützt durch Matthias Berger, dem Schulleiter des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs Münster, Wolfram Schier von der BASF Coatings sowie unserem Schülersprecher und Vorstandsmitglied der LandesschülerInnenvertung NRW Luis Mogdans.

Die Moderation der Veranstaltung leistete der Kabarettist Thomas Philipzen.

Einen besonderen Beitrag zu dieser Veranstaltung leistete das Filmteam unserer Höheren Berufsfachschule für Gestaltung mit dem Schwerpunkt Medien/Kommunikation unter der Leitung des Fachlehrers Christian Lück, die das Event filmisch dokumentierten.

Text: Werner Grundhoff

Fotos: Jürgen Heuer