Wer sich auf der diesjährigen Didacta auf dem Kölner Messegelände umgesehen hat, dem wurde sehr schnell klar, dass das Thema Digitalisierung 4.0 im Bewusstsein des Bildungssektors angekommen ist.

Für Besucher und Aussteller waren Schlagworte wie digitaler Unterricht, digitale Klassenzimmer und natürlich auch Digitalisierung der Schulverwaltungen zentrale Fragen, die auf nahezu allen Ausstellungsflächen und Kommunikationsforen intensiv diskutiert wurden.

Nahezu alle Anbieter von Schulequipment, seien es Fachbücher oder Schulmobiliar, setzen zunehmend auf WLAN, digitale Ergänzungsmedien, Softwarelösungen oder digitale Erweiterungen für Klassenräume oder Verwaltungen. Der derzeitige Stand der Technik zeigte sich besonders in raffinierten Kombilösungen, wie große Touchmonitore mit integrierten PC-Einheiten, die Präsentations- und Arbeitsmedium zugleich sind.

Im Fokus des NRW-Bildungsministeriums steht daher die innovative Entwicklung digital-didaktischer Konzepte an Schulen, vorneweg an Berufskollegs. In diesem Zusammenhang hatte das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSW) das Adolph-Kolping-Berufskolleg zum Berufsbildungsforum in die Halle 7 des Kölner Messegeländes eingeladen, um sein 2017 implementiertes Medienkonzept vorzustellen. An den voll besetzten Sitzreihen ließ sich das enorme Interesse von Lehrerinnen und Lehrern an digitaler Infrastruktur, didaktischer Sinnhaftigkeit, innovativen Unterrichtsideen, Social Augmented Reality oder Virtual Reality ablesen.

Das Medienentwicklungsteam des AKBK präsentierte multimedial die grundlegenden didaktischen Gedanken zum unterrichtlichen Einsatz der unterschiedlichen digitalen Endgeräte, die Arbeit mit Lernsoftware in allgemeinbildenden Fächern oder auch zukunftsorientierte Virtual Reality.

Nicht nur die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer zeigten sich tief beeindruckt vom Medienkonzept des AKBK, sondern auch die Mitarbeiter des MSW und das Qualis-Team NRW (Qualitäts- und Unterstützungsagentur - Landesinstitut für Schule) aus Soest.

Dabei wurde die digitale Durchdringung aller Abteilungen des AKBK als wegweisend empfunden. Gemäß dem Grundsatz „Nicht alles was technisch möglich ist, ist auch gleichermaßen didaktisch sinnvoll!“ konnte das AKBK-Medienentwicklungsteam beeindruckend unter Beweis stellen, wie die unterschiedlichen Abteilungen ihre berufsbildenden und berufsübergreifenden Lernbereiche didaktisch mit sinnvollen Aspekten der digitalen Welt vernetzen, um den Schülerinnen und Schülern den optimalen Zugang zur Hightech-Welt von morgen zu bieten.

Während im Lackiererhandwerk mit neuen interaktiven Beschichtungsprogrammen gelernt wird und im Hotelgewerbe die Kunden mit digitalen Gästebüchern empfangen werden, „klettern“ die AKBK-Medientechnologen mit einer VR-Brille virtuell zwischen den Druckwerken einer Druckmaschine umher.

Darüber hinaus ist der 3D-Druck inzwischen Alltag am AKBK, sei es als Formproduzent für die Konditoren oder für Maschinenersatzteile in der Techniker-Weiterqualifikation.

Ob Handyfilme in der beruflichen Grundbildung oder Profi-Filmschnitt bei den Gestaltungstechnischen Assistenten in Audiovision, ob Glanzgradanalyse bei den Verfahrensmechanikern oder das Fräsen von 3D-Dekorationen im Berufsfeld der Gestalter für visuelles Marketing. In jedem Bereich des AKBK werden innovative digitale Ideen der Kolleginnen und Kollegen konzeptionell eingebunden und gefördert.

Ein Indikator für eine „richtige“ Medienentwicklung am AKBK ist der Trend zu Kombinationsprodukten aus dem Bereich der Präsentationsmedien (Touch-Technologie / Screen als Tafelersatz). Und auch hier ist das AKBK Vorreiter, denn während die Schule die Implementierung dieser Technologien schon seit 2017 professionell verfolgt, ist dies erst jetzt im Bewusstsein vieler Schulausstatter und -verwaltungen angekommen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden aber natürlich auch die Herausforderungen und bürokratischen Stolpersteine aufgezeigt und intensiv mit dem Publikum diskutiert. Fast alle Schulen haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen: Komplexe Datenschutzbestimmungen, schwierige oder unübersichtliche Förderanträge, lange Verwaltungswege für den Ausbau der WLAN-Infrastruktur oder der Glasfaseranschlüsse.

Das bremst die technischen Entwicklungsbedingungen, die junge Menschen von heute benötigen, um das digitalisierte „Morgen“ meistern zu können.

Es hätte weit mehr Zeit gebraucht, um alle Fragen der Kolleginnen und Kollegen anderer Berufskollegs zu beantworten und im angrenzenden Messecafé wurde noch lange weiterdiskutiert.

Das AKBK-Medienentwicklungsteam hat aber durch eine didaktisch innovative und digital versierte Performance den zahlreichen Interessenten auf der Didacta deutlich vermittelt, dass unsere Schule - allen Hindernissen zum Trotz - medientechnisch auf dem richtigen Weg ist.

Text: Ingo Gericke