In der internationalen Klasse mit Förderbedarf sind seit Herbst 2014 schulpflichtige junge Menschen, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben und über keine oder geringe Deutschkenntnisse verfügen, herzlich Willkommen geheißen worden.
Dazu zählen Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, Asylbewerber/-innen, Aussiedler/-innen, EU-Angehörige oder nachgereiste Jugendliche oder Ehegatten hier lebender auslän-discher Mitbürger/-innen. Sie kommen zum Beispiel aus Albanien, Bosnien, Serbien, dem Kosovo, Kroatien, Polen, Rumänien, England, Ägypten, Syrien, dem Irak, Somalia und Eritrea. Viele dieser jungen Menschen haben ihre Heimat und teilweise ihre Familien aus den ver-schiedensten Gründen, wie (Bürger-)Krieg, politische als auch wirtschaftliche Verfolgung verlassen.

Der Alltag dieser Jugendlichen in Deutschland wird insbesondere geprägt durch Erfahrungen vor und während der Flucht sowie durch ihren rechtlichen (häufig unsicherer Aufenthaltsstatus) wie sozialen Status. Unser übergeordnetes Bildungsziel ist es, den jungen Menschen die Integration in die deutsche Gesellschaft durch vor allem den deutschsprachigen Kompetenzerwerb und Einblicke in die deutsche Kultur zu erleichtern. Gleichzeitig wollen wir einen geschützten Raum des angstfreien Miteinanders schaffen, in dem wir das Selbstvertrauen der Jugendlichen und ihr Bewusstsein für persönliche Stärken, Schwächen und Wünsche fördern.
Im Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens steht der Erwerb der Sprachkompetenz, die Vermittlung von Allgemeinwissen, fachtheoretischer und fachpraktischer Kompetenz. So soll ein möglichst schneller Übergang in das deutsche Schulsystem oder in die Arbeitswelt und Ausbildung geschaffen werden. Das Kennenlernen des deutschen Schulsystems und des gesellschaftlichen Lebens werden als permanentes Nebenziel im Unterricht mit verfolgt. Im Zeitablauf erfolgt eine berufliche Orientierung in verschiedenen Berufsfeldern sowie die Vermittlung beruflicher Grundkenntnisse, sodass sich den Jugendlichen Möglichkeiten, z.B. zur Annahme einer Ausbildungsstelle/Arbeitsstelle oder des Nachholens eines Schulabschlusses, bieten.
Um die Nachhaltigkeit des Unterrichts zu gewährleisten, orientiert sich die Themenwahl an Situationen, mit denen die Jugendlichen in ihrem Leben in Deutschland konfrontiert werden: Einkaufen gehen, Arztbesuch, Berufsorientierung etc. . Es gilt, die Bildungsangebote an den Jugendlichen zu orientieren und nicht die Jugendlichen für Maßnahmen „passend“ zu defi-nieren. Die vordergründlich kognitiven Fächer wie Mathe und Deutsch und der sprachliche Lernprozess im Allgemeinen werden vor allem durch die Fächer Technologie und Ernährung mit unmittelbaren Handlungsmöglichkeiten bzw. praktischem Arbeiten ergänzt. Sport/Gesundheitsförderung leistet in diesem Kontext als Fach im Allgemeinen einen besonderen Beitrag für die Jugendlichen: Beim Sporttreiben sowie auch bei anderen Freizeitaktivitäten lernen sie neue Menschen kennen und knüpfen Kontakte. So entstehen zum Teil auch Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen, Vorurteile schwinden, gegenseitiges Vertrauen wächst und es entwickelt sich ein Gefühl von Gemeinschaft. Im Sport gelten einheitliche, definierte Regeln und soziale Normen. So vermittelt der Sport Verhaltens- und Orientierungsmuster und trägt zur Integration in die Gesellschaft bei. Sportliche Erfolge stärken das Selbstwertgefühl. Sporttreibende erfahren Spaß und Bestätigung, lernen mit Erfolg und Frust umzugehen, erleben Toleranz und Respekt.

In Kooperation mit der Schulsozialarbeit/Lehrerteams und/oder externen Kooperationspartnern werden ergänzend unter anderem Projekte und/oder Ausflüge angeboten, wie z. B. das Bienenprojekt, gemeinsame Museumsbesuche, Ausflüge in den Lehrbauhof das Erkunden der Stadt Münster sowie gemeinsame Sportaktivitäten.

Schulsozialarbeit

Die Schulsozialarbeiterin Veronika Hernández Martínez, angestellt beim Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster, ist Ansprechpartnerin für die Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förderklassen / IFK.

Das Beratungsangebot ist individuell, vertraulich, freiwillig und umfasst alle persönlichen, schulischen sowie berufsbezogenen Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Definierter Schwerpunkt der Schulsozialarbeit ist der Übergang Schule-Beruf: In Kooperation mit Eltern und Dolmetschern, mit einer Berufsberaterin der Arbeitsagentur, mit dem Jobcenter, mit Jugendhilfeeinrichtungen, Betrieben und vielen weiteren Akteuren, erarbeitet Frau Hernández Martínez mit den Jugendlichen eine individuelle Berufswegplanung,
Aufgrund der Fluchtgeschichte fast aller Schülerinnen und Schüler und deren jugendlichem Alter – so die Erfahrung nach einem Jahr – stehen in der ersten Zeit der Erwerb der deutschen Sprache und das Kennenlernen des Bildungssystems im Vordergrund.
Unterstützung beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, individuelle Bewerbungstrainings, Betriebsbesuche und die Akquise von Praktikumsstellen runden vor diesem Hintergrund das Angebot der Schulsozialarbeit ab.

Kontakt:

Büro der Schulsozialarbeit
Veronika Hernández Martínez (Diplom-Sozialpädagogin)
Telefon: 0251 – 48247 39
Lotharingerstraße 8
Gebäude II, Raum 214
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