Berufsprofil

Die Berufsbezeichnung  „Gestalter/ -in für visuelles Marketing“ existiert seit der Neuordnung des Berufsbildes vom 01.08.2004 und löst die alte Berufsbezeichnung „Schauwerbegestalter/-in“ ab.

Diese Umstrukturierung war erforderlich, da sich die Anforderungen in diesem Beruf in Richtung visuelle Verkaufsförderung bzw. Visual Merchandising verändert haben. Nach wie vor handelt es sich um einen kreativen, gestalterischen Ausbildungsberuf. Entsprechend den technischen, arbeitsorga-nisatorischen, wirtschaftlichen sowie gestaltungs- und werbebezogenen Entwicklungen sind verschiedene Inhalte neu hinzugekommen. Zum einen sind die berufsbezogenen IT-Anwendungen (Grafik-, Layout-, Bildbearbeitungsprogramme) zu erwähnen, weiterhin werden kaufmännische Inhalte ergänzt und fachliche fremdsprachliche (bes. englische) Kenntnisse vertieft.

Gestalter und Gestalterinnen für visuelles Marketing

  • entwickeln und realisieren visuelle Gestaltungskonzepte, die die Unternehmensphilosophie kommunizieren und die Absatzförderung unterstützen,
  • präsentieren Waren und Dienstleistungen und Produkte und nutzen dabei Kunden- und Verkaufstrends für ihre visuellen Gestaltungskonzepte,
  • gestalten Verkaufs- , Präsentations- uns Ausstellungsräume,
  • kooperieren mit  Verkaufs- und Ausstellungspersonal sowie anderen gestalterischen und werbenden Berufsgruppen,
  • setzen Wirkungen von Licht, Formen und Farben und anderen Gestaltungselementen verkaufsfördernd ein,
  • planen und organisieren Events und Kundenforen,
  • beschaffen Werkstoffe und Präsentationsmittel unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten und setzen diese ein,
  • nutzen Grafik-, Layout- und Bildbearbeitungsprogramme,
  • führen Kalkulationen sowie Erfolgskontrollen durch.

Weitere Informationen zur Ausbildung sind im Ausbildungsrahmenplan zu finden.

Bildungsgangsprofil


Organisationsstruktur

Die Ausbildung zum/zur Gestalter/in für visuelles Marketing erfolgt im Rahmen des Dualen Ausbildungssystems mit den Lernorten Betrieb und Schule. Sie wird überwacht von der IHK Nord Westfalen mit Sitz in Münster.

Gestalter für visuelles Marketing werden am Adolph-Kolping-Berufskolleg als Bezirksfachklasse in Teilzeitform unterrichtet. Die Ausbildung umfasst in der Regel drei Ausbildungsjahre, ca. 20 Prozent der Schüler/innen absolvieren aufgrund besonderer Voraussetzungen eine verkürzte Ausbildung von bis zu einem Jahr.

In der Mitte der Ausbildung, d. h. nach dem Halbjahreswechsel der Mittelstufe erfolgt eine schriftliche Zwischenprüfung, die im Schulgebäude und unter Lehreraufsicht durchgeführt wird. Nach der Neuordnung des Berufsbildes entfällt eine praktische Zwischenprüfung. Überbetriebliche Unterweisungen, wie  in anderen Bildungsgängen des Berufsfeldes üblich, finden nicht statt.

Der Unterricht der Unterstufe erfolgt zweimal wöchentlich und umfasst 15 Unterrichtsstunden.

Als Zusatzangebot werden je eine Wochenstunde Stilkunde / Kunstgeschichte und Mathematik im Differenzierungsbereich erteilt.

Im berufsübergreifenden Lernbereich wird jeweils eine Wochenstunde in den Fächern Deutsch / Kommunikation, Religionslehre, Sport / Gesundheitserziehung sowie Politik / Gesellschaftslehre erteilt. Dieser allgemeinbildende Unterricht erfolgt gemeinsam mit auszubildenden Goldschmieden der Unterstufe.

Der Unterricht der Mittelstufe wird zur Zeit einmal wöchentlich mit 8 Wochenstunden erteilt. Die Oberstufe wird mit 7 Unterrichtsstunden pro Woche beschult.

Bildungsgangteam

Im Bildungsgang unterrichten:

Bildungsgangsleiterin ist Frau Bauer mit den Fächern des berufsbildenden Lernbereichs Herstellungs- u. Präsentationsprozesse, Arbeits- u. Auftragsprozesse und Gestaltungsprozesse. Daneben unterrichtet ein zumeist festes fünfköpfiges Team in den anderen Fächern.

Schülerstruktur

Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 20 – 22 Jahren.

Die Bildungsvoraussetzungen sind überdurchschnittlich hoch, etwa 75 % aller Auszubildenden haben die allgemeine bzw. die fachgebundene Hochschulreife. Die Ausbildung wird von den meisten Schüler/innen als solide nützliche Basis für die weitere berufliche Karriere betrachtet. Nur wenige wollen später über eine längere Zeit in diesem Beruf arbeiten.

Seit etwa einem Jahr besuchen auch Umschüler mit einer 2-jährigen Ausbildungszeit und Praktikanten im Rahmen geförderter Maßnahmen (Einstiegsqualifizierungsjahr) den Unterricht. Ob die Anzahl Auszubildender dadurch ansteigen wird, bleibt abzuwarten.

Die Ausbildungsvoraussetzungen  sind branchenspezifisch extrem unterschiedlich. Ausbildungsbranchen sind hier:

  • Fotostudios
  • Selbständige Dekorateure
  • Bekleidungshäuser
  • Möbelhäuser
  • Messestand-Technik u. Gestaltung
  • Werbetechnik

Die hier vermittelten praktischen Inhalte entsprechen den Anforderungen des Berufsprofils oft nur in begrenztem Umfang.

Didaktisch-methodische Planung

Grundlage der schulischen Ausbildung ist der Rahmenlehrplan. Danach wird der Unterricht auf eine handlungsorientierte Pädagogik ausgerichtet,  die zu selbständigem Planen, Durchführen und Beurteilen von Aufgaben führt. Lernen in der Berufsschule bezieht sich grundsätzlich auf konkretes berufliches Handeln und erfolgt in fächerübergreifenden Lernsituationen.

Allgemeines Unterrichtsziel ist neben der Vermittlung von Fach- und Handlungskompetenz auch die Entwicklung umfassender Lern-, Methoden-, Sozial- und Humankompetenz.

Die berufsbezogenen Fächerbezeichnungen lauten:

  • Auftrags- und Arbeitsprozesse
  • Herstellungs- und Präsentationsprozesse
  • Gestaltungsprozesse

Das Fach Wirtschafts- und Betriebslehre knüpft an die Inhalte dieser Fächer an.

Die Inhalte des allgemeinbildenden Lernbereichs sind ebenfalls stark auf die beruflichen Erfordernisse hin orientiert.

Den Fächern des berufsbildenden Lernbereichs (BBL) sind insgesamt 12 Lernfelder zugeordnet, deren  Inhalte in Form von Lernsituationen (z. B. Kundenaufträge) vermittelt werden.

Genaue Inhalte und Zielsetzung dieser Lernfelder sowie die Stundentafel sind im Rahmenlehrplan nachzulesen (www.learnline.de)