Typisches Berufsprofil

Der Beruf des Verfahrensmechanikers für Beschichtungsstoffes ist darauf zugeschnitten, die Zusammenhänge von Bauteil-Werkstoffeigenschaften, Vorbehandlung, Eigenschaften von Beschichtungsstoffen und Verfahrensablauf zu erkennen und den Beschichtungs-Prozessablauf zu planen, auszuführen und zu überwachen. Es ist die erreichte Beschichtungsqualität zu beurteilen und es sind Rückschlüsse zu ziehen für gezielte Eingriffe in den Beschichtungsprozess bzw. dessen Optimierung.

Der Beruf ist 1999 neu definiert worden und als Industrieberuf mit 3 Jahren Ausbildungszeit der Industrie- und Handelskammer zugeordnet. Maßgebend ist die Ausbildungsordnung des Berufes und die rechtliche Durchführung nach dem Berufsbildungsgesetz.

Durch eine gezielte Informationspolitik seitens der Berufsverbände in Kooperation mit den Berufsschullehrern (eine Initiative, die vom Adolph-Kolping-Berufskolleg ausgegangen ist) ist es gelungen, das Image dieses Berufes vom ‚schmutzigen, ungesunden’ Beruf hin zu einem ‚High-Tech-Beruf’ zu verändern. In den ersten Jahren gab es kaum Bewerber, die sich gezielt für das Berufsbild entschieden haben. Eher waren es die großen Ausbildungsbetriebe, zu denen die Jugendlichen drängten. Erst dort wurden sie auf diese neue Ausbildung aufmerksam gemacht. In den letzten Jahren gibt es im Regierungsbezirk Münster jedoch die Tendenz, dass sich junge Menschen immer häufiger gezielt für diesen Beruf interessieren. Dies hängt damit zusammen, dass mittlerweile die ersten Facharbeiter in den Firmen arbeiten und einer interessanten, technisch orientierten Tätigkeit nachgehen. Aufgrund neuer Technologien und verbesserter Umwelttechnik kann mittlerweile auch nicht mehr von einem ‚ungesunden’ Beruf gesprochen werden. Ganz im Gegenteil: Arbeitssicherheit und Umweltschutz gehören zu den wichtigsten Lernzielen.

Tätigkeiten im Beruf

Verfahrensmechaniker und -mechanikerinnen für Beschichtungstechnik tragen maschinell und zum Teil auch manuell Farben und Lacke auf Holz-, Metall- und Kunststoffflächen auf. Vor allem im Industriebereich bedienen, überwachen und pflegen sie dazu vollautomatische Anlagen, die teilweise computergesteuert sind. Sie planen die Arbeitsabläufe, koordinieren sie mit den vor- und nachgelagerten Fertigungsprozessen und bereiten die Werkstücke für die Beschichtung vor. Außerdem sind sie für die laufende Qualitätskontrolle zuständig.

Arbeitsbereiche

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Herstellung von Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige, z.B. Werkslackierereien beispielsweise von Herstellern von Maschinen für das Druck- oder Textilgewerbe
  • Herstellung von sonstigen nicht wirtschaftszweigspezifischen Maschinen, z.B. Werkslackierereien
  • Fahrzeugbau
  • Herstellung von Karosserien, Aufbauten und Anhängern
  • Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenmotoren
  • Herstellung von Teilen und Zubehör für Kraftwagen und Kraftwagenmotoren
  • Luft- und Raumfahrzeugbau
  • Schienenfahrzeugbau
  • Boots- und Yachtbau
  • Schiffbau (ohne Boots- und Yachtbau)
  • Möbelherstellung
  • Herstellung von Büro- und Ladenmöbeln
  • Herstellung von Küchenmöbeln
  • Herstellung von Sitzmöbeln
  • Herstellung von sonstigen Möbeln, z.B. Wohn- und Schlafzimmermöbel
  • Kunststoffverarbeitung
  • Herstellung von Platten, Folien, Schläuchen und Profilen aus Kunststoffen, z.B. kratzfeste oder chemikalienresistente Beschichtungen
  • Herstellung von technischen Kunststoffteilen, z.B. kratzfeste oder chemikalienresistente Beschichtungen
  • Galvanik, Oberflächenveredlung
  • Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung, z.B. Lackieren von Metallteilen
  • Metallbau, Kessel- und Behälterbau
  • Herstellung von Metallkonstruktionen, z.B. Korrosionsschutz für Bauteile von Industrieanlagen
  • Herstellung von Metallbehältern mit einem Fassungsvermögen von mehr als 300 l, z.B. Hersteller von säureresistenten Tanks für die chemische Industrie
  • Elektro
  • Herstellung von Geräten und Einrichtungen der Telekommunikationstechnik, z.B. Beschichtungen für elektrische Isolation oder Leitfähigkeit
  • Herstellung von Rundfunkgeräten sowie phono- und videotechnischen Geräten, z.B. Beschichtungen für elektrische Isolation oder Leitfähigkeit
  • Herstellung und Reparatur von Büromaschinen und Computern
  • Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und -einrichtungen, z.B. Applikation von leitfähigen Oberflächenüberzügen
  • Herstellung von feinmechanischen und optischen Erzeugnissen
  • Herstellung von feinmechanisch-optischen Mess-, Kontroll-, Navigations- u.ä. Instrumenten und Vorrichtungen, z.B. Beschichtungen für elektrische Isolation oder Leitfähigkeit

Darüber hinaus bieten sich Beschäftigungsmöglichkeiten in folgenden Arbeitsbereichen/Branchen:

  • Farben- und Lackindustrie
  • Herstellung von Anstrichmitteln, Druckfarben und Kitten, z.B. Korrosionsschutzmittel
  • Forschung und Entwicklung
  • Forschung und Entwicklung im Bereich Ingenieurwissenschaften, z.B. Forschungsgesellschaften für Beschichtungstechnik und Oberflächenbehandlung
  • Personalberatung, Personalvermittlung, Personalleasing
  • Überlassung von Arbeitskräften, z.B. Zeitarbeitsfirmen für Berufe im gewerblich-technischen Bereich