1. Voraussetzungen

Die 3-jährige Ausbildung zum/zur FachpraktikerIn Küche ist gemäß § 44 und § 48 des Berufsbildungsgesetzes (BbiG) ausschließlich für lernbehinderte Jugendliche möglich.

Sie findet als duale Ausbildung statt, d.h. neben der betrieblichen Ausbildung in gastronomischen Betrieben und v.a. in Großküchen, findet an 1 bzw. 2 Tagen Berufsschulunterricht statt. Meist erhalten die Auszubildenden darüber hinaus Förderunterricht und sozialpädagogische Betreuung durch schulexterne Institutionen.

2. Berufsbild

Die Fachpraktiker Küche unterstützen Köche bei allen Arbeiten, die bei der Herstellung von Speisen anfallen. So helfen sie z.B. bei der Lagerhaltung der Küchenvorräte, bereiten die Lebensmittel vor und unterstützen die Produktion.

3. Schulische Ausbildung

Die Fachklassen der Fachpraktiker werden im 1. Ausbildungsjahr an zwei Tagen, im 2. und 3. Ausbildungsjahr an einem Tag beschult. Dabei werden die speziellen Bedingungen der Auszubildenden berücksichtigt.

Sie haben in allen drei Ausbildungsjahren Unterricht in den Fächern Technologie, fachbezogenes Rechnen, Wirtschaftslehre und Technologische Übungen (Fachpraxis). In der Unterstufe wird zusätzlich Deutsch, Religionslehre und Sport erteilt.


4. Prüfungen

Die Ausbildung erfolgt wie bei der Vollkoch-Ausbildung mit einer Zwischen- und einer Abschlussprüfung.

Die Zwischenprüfung besteht aus einem praktischen Teil, bei der der Prüfling Lebensmittel erkennen und benennen sowie ein kleines Gericht selbstständig herstellen muss.

Nach insgesamt 3 Ausbildungsjahren findet die Abschlussprüfung statt, die wiederum aus einem schriftlichen und praktischen Teil besteht.

Im schriftlichen Teil gibt es drei Prüfungsfächer: Technologie (90 Minuten), Fachbezogenes Rechnen (90 Minuten) und Wirtschafts- und Sozialkunde (45 Minuten).
Im praktischen Teil muss der Prüfling zwei Arbeitsproben herstellen, von denen eine in jedem Fall das Herstellen eines Hauptgerichtes enthalten muss.

5. Weiterbildung

Ist anzunehmen, dass der Jugendliche aufgrund guter Leistungen bei der Abschlussprüfung zum/zur FachpraktikerIn die Ausbildung zur Köchin / zum Koch erfolgreich abschließen kann, so kann er die Ausbildung in einem geeigneten Ausbildungsbetrieb fortsetzen.

6. Runder Tisch für alle an der Ausbildung Beteiligten

Zwei bis drei Mal im Jahr treffen sich alle an der Ausbildung Beteiligten zu einem Erfahrungsaustausch. Das sind die Ausbilder, die Lehrer und die Betreuer aus den sozialpädagogischen Institutionen.